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Kleine Meister an der Trommel

- Ein Fächerübergreifendes Musikprojekt in einem 2. Schuljahr –

Auf der Suche nach einem anderen, spannenden bzw. ungewöhnlichen Musikunterricht kam ich nach Besuch einer Vorstellung einer AG unserer OGS im Rahmen der Panweek auf die Idee, diese Art von Musik und Lernen in meinem Unterricht zu integrieren. Nach anfänglichen organisatorischen und finanziellen Schwierigkeiten gelang es dann doch einen geeigneten Termin und vor allem die finanziellen Mittel dafür zu beschaffen.
Die Kinder meines 2. Schuljahres sollten an 4 Tagen jeweils 1 Stunde Steelpan-Unterricht erhalten und am 5. Tag ihr neues Können den Eltern präsentieren.
Die Klasse (22 Kinder) wurde täglich in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte ging in die Aula und lernte Trommeln, die anderen Kinder blieben im Klassenraum und arbeiteten an verschiedenen Aufgaben zum Thema.
Bei der Vorbereitung dieser Woche war es mir wichtig so viele Fächer wie möglich (Deutsch/Sachunterricht/Kunst/Musik) mit in das Musikprojekt einzubeziehen. Im Rahmen eines Arbeitsplans sowie im gelenkten Unterricht wurden dann folgende Aufgaben gestellt:

  • Die Geschichte der Steeldrum
    (Wie Sklaven aus Afrika nach Trinidad Tobago kamen und dort über Jahrzehnte die Steeldrum als Ersatz für die traditionellen Trommeln entstand; Text lesen und anschließend Fragen zum Text beantworten;
    der Text wurde aus verschiedenen Texten aus dem Internet zusammengestellt; Plakate mit Bildern und Texten lesen und zur eigenen Textproduktion nutzen)
  • Wie wird eine Steeldrum gebaut?
    (Plakate mit Bildern und kurzen Texten dazu, betrachten und diese Informationen dazu nutzen, den Bau einer Steeldrum mit eigenen Worten zu erklären)
  • Verschiedene Gedicht- und Textformen dazu nutzen, eigene Erfahrungen und Gefühle (während der Steelpan-Woche) auszudrücken und für eine Ausstellung in eine geeignete Darstellung zu bringen
    1. Akrostichon
    2. Elfchen
    3. Rondell
    4. Reihum-Text
  • Schreiben zu Fotos, die während der Woche gemacht wurden und die anschließend den Verlauf der Woche dokumentieren sollten
  • Einladung an die Eltern verfassen
    (gemeinschaftlich wurde ein Text verfasst und dann von jedem Schüler noch individuell gestaltet)
  • Begegnung mit Kunstwerken von Otmar Alt
    (Kennen lernen des Künstlers durch Betrachtung verschiedener Werke sowie seiner Biografie, Was ist charakteristisch für die Bilder? Kräftige leuchtende Farben, ...)
    Gestalten der Umrisszeichnung „Die Violine“
  • „Katze mit Steelpan“ – Zeichnen und Malen mit Aquarellstiften und Filzstiften
    (charakteristische Merkmale der Katze besprechen, möglichst genaues Abzeichnen einer Steelpan, räumliches Sehen,  Hintergrundgestaltung, Gestalten mit Farben und Flächen im Sinne von Otmar Alt)
  • Gemeinsames Gestalten eines Erinnerungsbuches für Werner
    (Gemeinsame Überlegungen zur Gestaltung, Texte schreiben, auswählen, kopieren, ausschneiden, aufkleben, beschriften und großen Stolz nach Beendigung erfahren)
  • Schreiben eines Pressetextes
    (der leider nicht veröffentlicht, aber durch einen sehr guten Texte ersetzt wurde)
  • Klanghölzer
    (Woher kommen Klanghölzer? Die richtige Haltung,  Rhythmusschulung, Geräusche nachahmen, Morsezeichen, versch. Lieder begleiten)
  • Bau eines Steelpan-Strands
    (Sandkiste karibisch mit Schlumpf, Palmen und kleinen selbst gebastelten Steelpans (aus Teelichterhüllen und Streichhölzern als Sticks)

Natürlich haben wir dies nicht in nur 4 Stunden geschafft, zumal jede Gruppe nach jeder Stunde den anderen -  und vor allem mir, da ich ja leider sonst nichts mitbekommen hätte – ihre Fortschritte präsentieren durften. Glücklicherweise fand die Präsentation vor den Eltern und der Nachbarklasse erst mehrere Tage später statt, so dass noch Zeit war Bilder zu entwickeln, Texte zu überarbeiten und Vorträge zu proben.
Während des gesamten Projekts waren die Kinder voller Begeisterung und großem Engagement. Viele Kinder zeigten größte Konzentrationsbereitschaft und den Willen, Dinge zu korrigieren oder gar zu wiederholen.
Die drei zusätzlichen „Konzerte“ für die anderen Klassen der Buschei-Grundschule waren zwar sehr anstrengend für die Kinder, brachten ihnen aber auch viel Lob und Anerkennung anderer SchülerInnen und LehrerInnen ein.
Auch nach Wochen sprachen die Kinder gerne von ihrer „Panweek“ und von dem Wunsch so ein Projekt so schnell wie möglich zu wiederholen.
Sollten wir das Geld für eine weitere Woche organisieren können, gäbe es sicher weitere spannende Ideen, die es zu verwirklichen gilt.

So wäre denkbar:

  • Bau einer Steeldrum mit Hilfe von großen Dosen
    (Dieses Vorhaben scheiterte bei der 1. Woche daran, dass ich mich viel zu spät um große Dosen gekümmert habe.)
  • Klangexperimente
  • Karibische Speisen herstellen und bei der Aufführung den Gästen reichen
  • Im Fach Mathematik die Behandlung des Themas „Kreis“, „Brüche“, ...
  • Mandalas herstellen
  • Gedichte mit der Steelpan verklanglichen
  • Herstellung eines Videos Speisen
    (z. Bsp.: Dokumentation des gesamten Projekts, Verfilmung eines Liedes, ...) reichen

Die spannendste Idee ist für uns eine Verbindung von Steelpan und Tanz. Hierfür würden sich verschiedenste Themen anbieten, wie z. B. das Thema „Feuer, Wasser, Erde, Luft“, „Märchen“, „der Zauberlehrling“ oder ähnlich klassische Stücke.

Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Projekt ein voller (Lern-) Erfolg war und zur Nachahmung nur zu empfehlen ist!

Klaudia Otto - Klassenlehrerin

 

 

Panzauber in der Klasse 2d

Am Anfang hatten wir die Idee Trommeln zu lernen.
Wir haben einen Lehrer gefunden.
Sein Name war Werner.
Zuerst mussten wir unglaublich viele Dinge aus seinem Auto schleppen.
Werner zeigte uns, wie man die Steeldrums aufbaut. Er war lustig.
Dann haben wir die wichtigsten Regeln gelernt, was man beim Trommeln berücksichtigen muss.
Erst danach durften wir das erste Mal trommeln. Ein Trommelwirbel folgte dem nächsten. Die Regentropfen haben achtmal geklopft. Wir haben sehr oft Pärchen gespielt.
Das nächste Lied war „Wir spielen Steel-Pan ...“. Der Piratensong bildete den krönenden Abschluss.
Wir haben mit Werner viel Spaß gehabt.
(Gemeinschaftsproduktion der Klasse 2d, 2005)

 

 

Die kleine Geschichte der Steeldrum

Wir haben auch etwas darüber gelernt, wo die Steeldrum herkommt.
Vor langer Zeit wurden die Menschen aus Afrika als Sklaven in die Karibik verschleppt –nach Trinidad Tobago. Aus Not bauten sie Trommeln aus Fässern.
Bald wurde das Trommeln verboten, weil die Sklaven mit den Trommeln häufig ein Zeichen zum Aufstand gaben. Viele Jahre später zogen die Ur-Ur-Ur
-Enkel durch den Karneval auf Trinidad und trommelten auf Keksdosen und Ölfässern. Mädchen durften nicht in die Bands, weil es oft Schlägereien gab. Die Jugendlichen hatten kein Geld für richtige Instrumente.
Durch das viele Schlagen kamen viele Beulen. Beim Ausbeulen eines Ölfasses entdeckten die Menschen, dass man bestimmte Töne stimmen kann. So entstand die Steelpan.
Pan heißt auf Deutsch Pfanne.

Kevin und Jana

 

Die Klasse 2d

und

Otmar Alt

Im Kunstunterricht haben wir Bilder wie Otmar Alt gemalt.
Zuerst haben wir uns die Bilder genau angesehen. Danach haben wir das Bild „Die Violine“ ausgemalt, damit wir lernen die richtigen Farben zu benutzen. Man muss kräftig aufdrücken und darf die schwarzen Flächen nicht übermalen.
Unser nächster Auftrag war ein Bild zu malen, so wie es Otmar Alt malen würde. Das Thema war „Katze mit Steelpan“! Die Bilder haben wir mit Bleistift vorgezeichnet. Da wir oft noch etwas zu klein gemalt haben, konnten wir nicht mit Acrylfarben arbeiten. Wir haben dann Aquarellstifte benutzt. Mit den Stiften malt man zuerst wie mit Buntstiften. Wenn alles ausgemalt ist, nimmt man Wasser und Pinsel und malt vorsichtig drüber. Zum Schluss wurden mit dicken schwarzen Stiften Flächen abgeteilt und die Farben zum Leuchten gebracht.
Viel Spaß beim Betrachten unserer Kunstwerke!

Die Klasse 2d